Space Dealer – Werde zum Raumschiff Besitzer und produziere deine eigenen Rohstoffe.

Das Brettspiel Space Dealer aus dem Hause Eggertspiele erfordert einiges an Reaktion. Da hier in Echtzeit gespielt wird, braucht man viel Geschick, um in dieser Zeit alles abhandeln zu können. Schön an dem Spiel sind die quadratischen Maße (30×30 cm) des Kartons, da er sich dadurch sehr gut im Spieleregal verstauen lässt. Zu sehen ist auf dem Cover ein beschleunigtes Raumschiff im Weltraum. Auf der Rückseite kann man einen Ausschnitt einer Spielszene sehen sowie die für das Spiel relevanten Sanduhren. Nicht nur die deutschen sondern auch die englischen Spielregeln liegen anbei und es gibt einen Hinweis, dass das Spiel mit einer zweiten Ausgabe kombiniert werden kann. So hat man die Möglichkeit, das Spiel auch mit acht Mitspielern zu spielen.

Macht man die Spielbox auf, dann erkennt man, dass es kein fertiges Spielbrett gibt. Das wäre auch nicht möglich gewesen, denn um das Spiel klein zu halten, hat man sich für Stanzteile aus Pappe entschieden. Die Teile werden je nach Spieleranzahl variiert. Planeten mit den einzigartigen Namen wie Zartok, Ki, Wit, Vill, Cuo, Moimoi, Frökla oder Ru’ul kreisen in den unendlichen Weiten des Weltraums herum um ihre eigenen Sonnen. Irgendwann hat man entdeckt, dass man mit seinen Nachbarn ja Handelsbeziehungen aufbauen könnte. Das oberste Gesetz des Handels lautet, so viel Gewinn wie möglich zu erzielen, ohne viel abgeben zu müssen…

Space Dealer Spielvorbereitung

Space Dealer-Zubehoer

Die Spielvorbereitungen sind immer unterschiedlich, da es eine Rolle spielt wieviel Spielteilnehmer dabei sind. Mit den Verbindungsteilen steckt man die Orbitalfelder zusammen, damit ein Rundkurs entsteht. Für alle gut sichtbar und erreichbar, legt man den Rundkurs in die Tischmitte.

Achtung!
Zwischen den Spielerplaneten muss sich immer auch ein neutraler Planet befinden.

  • Nachdem sich jeder Spieler eine Spielfarbe ausgesucht hat, bekommt dieser auch die Siegpunktmarker in seiner Farbe und das farblich passende Raumschiff dazu ausgeteilt.
  • Auf dem eigenen Planeten stellt man seine Spielerfarbe ab und markiert somit den Tech-Level 1. Dann erhält jeder Spieler noch zwei Sanduhren und einen Stapel Technologiekarten mit der Stufe 1.
  • Dann baut jeder seinen Planeten aus drei Planetenteilen zusammen und stellt einen Generator daneben. Dieser versorgt zwei Energieanschlüsse mit Strom. Andere Gebäude können diesen auch nutzen. An den Anschluss legt man eine Mine und die restlichen Technologiekarten legt man vor sich ab.
  • In die Tischmitte legt man gut durchgemischt und nicht sichtbar die Karten für die 2. Und 3. Technologiestufe. Ebenso platziert man in der Tischmitte die farbigen Warenwürfel und jeder stellt sein eigenes Raumschiff auf seinen Heimatplaneten.
  • Bevor es dann losgehen kann, legt man auf den Rundkurs noch einen Siegpunktsein auf dem Feld vor dem roten Pfeil ab.
  • Alle Spieler können während der 30 Minuten Spielzeit mehrere verschiedene Aktionen durchführen
  • Man kann zuerst seine Technologiekarten auslegen und danach die Sanduhren den Aktionen zuteilen.

Die Sanduhr

In diesem Spiel ist die Sanduhr ein sehr wichtiges Element. Man kann den Technologielevel der Planeten durch sie erhöhen, eine Technologiekarte bauen, sie nutzen oder das eigene Raumschiff vorwärts bewegen.
Möchte man eine Miene benutzen, dann stellt man eine seiner Sanduhren auf die Karte und wartet bis der Sand einmal durchgelaufen ist was in etwa eine Minute dauert. In der Zwischenzeit kann man seine zweite Sanduhr woanders platzieren und eine Aktion damit durchführen. Ist die Minute um, dann nimmt man sich die Ware die dort vor Ort ist und legt sie entweder in das Raumschiff oder in das Depot. Je nachdem was sich gerade in der Nähe befindet.

Das Raumschiff bewegen

Um ein Raumschiff bewege zu können, muss man so ähnlich verfahren wie zuvor beschrieben. Man platziert sein Raumschiff auf den nächsten Planeten und stellt dann eine Sanduhr auf. Hat der Sand seine Zeit durchlaufen, dann ist das Raumschiff auf dem Planeten gelandet. Man darf es dann weiter bewegen oder mit Waren handeln.

Erhöhung des Technologielevels

Um den Technologielevel seines Planeten zu erhöhen muss man seine Sanduhr einsetzen. Man stellt sie dafür auf dem Planet ab, wartet bis der Sand durchgelaufen ist und legt danach seinen Marker eine Position höher.

Bau einer Technologiekarte

Möchte man eine Technologiekarte bauen, dann stellt man seine Sanduhr auf eine ausgewählte Technologiekarte die über dem Planeten liegt. Nach dem Ablauf der Bauzeit, kann man mit dem Bau beginnen. Voraussetzung ist, dass man genügend Generatorplätze frei hat. Denn man kann sein Gebäude nicht nutzen wenn man keinen Strom hat.

Der Rohstofftausch

Treffen sich zwei Raumschiffe bei einem Planeten, dann dürfen diese Rohstoffe miteinander tauschen. Auch kann man tauschen wenn man an ein Planet kommt wo der der Besitzer ein Rohstoffdepot hat. Dafür braucht man auch keine Sanduhr zu opfern, da man jederzeit hier tauschen kann.

Der Nachfrageteil

Eine andere Möglichkeit ist es, die Warennachfrage anderer Planeten zu erfüllen. Bei den meisten Technologiekarten befindet sich am unteren Ende ein Nachfrageteil. Dort sind die Waren abgebildet die man besorgen soll. Besitzt man den nachgefragten Rohstoff in seinem Raumschiff, dann gibt man Gas und fliegt zu dem Planeten wo die Ware abgeladen werden soll. Die abgebildeten Siegpunkte schreibt man dann dem Planetenbesitzer und dem Lieferanten zu.

Das erhält der Mitspieler

In Form einer Planetentafel bekommt jeder Spieler ein Heimatplanet ausgeteilt. Auf diesem befindet sich eine Anzeige für den Technologielevel. Im Spiel bezeichnet man dies auch kurz als Techlevel. Dann erhält noch jeder zwei Tafeln mit vier Energieanschlüssen. Zusätzlich wird jedem Mitspieler ein Raumschiff ausgeteilt, ein Satz Technologiekarten, zwei Sanduhren und ein paar Markierungssteine.

Technologie-Karten auslegen:

An der oberen Kante jeder Planetenkarte befindet sich der Planungsbereich. Hier kann der Spieler bis zu 2 Karten insgesamt offen liegen haben. Zunächst dürfen nur Karten (beliebig) des eigenen Technologie-Stapels genommen werden.

Die Gebäude

In den Minen wird die Ware produziert, die man dann in sein Raumschiff lagen kann und zum nächsten Abnehmer transportiert.

  • Im Depot kann man seine Ware lagern.
  • Man kann im Raumschiff oder im Depot gelagerte Ware in eine andere Ware umwandeln und spricht dabei von Konverter.
  • Wenn man von Mega-Cities spricht, dann ist nichts anderes gemeint als der Warenmarkt.
  • Bis zu zwei Waren kann die Transportsonde vom Depot ins Raumschiff transportieren. Und da ist es auch egal, wo sie sich befindet.
  • Im Techcenter wird die Kapazität des Planetenbereiches um zwei erhöht.
  • Bei der Roboterfabrik steigt die Anzahl der möglichen Aktionen um eins.
  • Baut ein Spieler eine Orbitalstation dann erhält er als einziges ein zweites Raumschiff.
  • Der Sabotage-Satellit kann eine beliebige Aktion des Spielers verzögern.
  • Die Aktion eines Spielers kann eine Interstellarrakete blockieren.
  • All diese Gebäude sind in den Technologiekartenstapeln enthalten. Mit der Höhe der Stapelnummer wird diese Karte stärker. Aber erst wenn der Planet des Spielers ein entsprechendes Techlevel erreicht hat, dann darf er eine höherwertige Karte auslegen.

Die Erweiterbarkeit

Bei dem Spiel Space Dealer sind bereits im Regelwerk die Regeln für Fortgeschrittene aufgeführt. Je nachdem wie hoch die Spieleranzahl ist, desto mehr Technologiekarten kommen hinzu. Baut man nun eine Orbitalstation dann ist der Vorteil, dass wenn nur vier Mitspieler dabei sind, man das fünfte Raumschiff erwerben kann. Auch die neue Roboterfabrik kann dem Besitzer eine weitere Sanduhr einbringen. Seinen Konkurrenten kann man das Leben schwer machen und behindern mit Interstellarraketen und Sabotagesonden. In den erweiterten Regeln wird auch der Technologientausch erlaubt. Man kann hier also durchaus von einer sinnvollen Erweiterung des Regelwerks sprechen.

Das Spielende von Space Dealer

Ziel des Spieles ist es, durch den Warenhandel so viele Punkte wie möglich zu bekommen. Jede Karte, die der Spieler baut, stellt eine Nachfrage nach einer Warenkombination dar. Wer zuerst die Warenkombination liefern kann, bekommt die Punkte. Auch der Spieler bekommt die Punkte, der die Nachfrage decken konnte. Daher gibt es neben den Nutzgebäuden die Mega-Cities. Diese bieten nicht nur mehrere Aufträge sondern ermöglichen auch dem Spieler seine Ware hierher zu liefern um Punkte zu kassieren.

Genau 30 Minuten lang dauert ein Spiel. Es gibt eine CD mit Space-Musik die man einlegen kann und dadurch das Spiel getimt wird. Die CD teilt einem immer mit, wieviel Minuten man noch zu spielen hat. Nach dem Ende der CD lässt man die aktuell laufenden Sanduhren ablaufen und danach ist das Spiel beendet. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Punkten.

space dealer
Space Dealer Bild

Fazit

Die Idee von Tobias Stapelfeldt ist eine sehr innovative Idee nach dem Spiel Im Zeichen des Kreuzes. Technisch ist es natürlich unmöglich, dass alle Sanduhren gleich laufen. Natürlich kann man sich die Sanduhren auch vorher anschauen und abmessen welche Uhr schneller oder langsamer läuft. Danach kann man die Sanduhren so aufteilen, dass jeder Spieler eine langsame und eine schnelle Uhr bekommt. Leider gibt es wenig Interaktion bei Space Dealer. Jeder Spieler spielt für sich und schaut dass er möglichst viele Aufträge erfüllen kann. Die einzigen Aktionen, die man zusammen macht, ist der Warentausch wenn zwei Raumschiffe gleich platziert sind. Es findet ein gleichzeitiges zusammen spiel statt und jeder macht das möglich, was er mit seinen beiden Sanduhren machen kann.

Jetzt denkt man vielleicht das Spiel wird dadurch bestimmt hektisch, aber das ist falsch. Denn um Entscheidungen zu treffen bleibt genügend Zeit. Es ist auch wichtig seine Mitspieler dabei beobachten zu können. Vielleicht kann man dadurch den Plan seines Gegners durchleuchten. Denn es könnte ja sein, dass der Gegner den gleichen Planeten ansteuern möchte wie man selbst. Gerade zum Spielende hin ist es wichtig zu wissen wo man welche Waren her bekommt. Auch für Grübler ist der Einsatz der Sanduhren ein super Mittel, da man nach Ende der Sanduhr seine Spielzüge verlieren kann.

Durch das gleichzeitige Spielen wird auch die Eigendynamik des Spieles gut gefördert. Nachteil daran ist, dass man die Konkurrenz nur bedingt beobachten kann und man Fehler kaum herausfinden kann. Hier sind ehrliche Spieler beim Spielen gefragt. Am Ende eines Spieles kann man die Siegpunkte durch die Markierungssteine überprüfen.

Man hat auch das Gefühl, am Ende eines Spieles gehetzt zu sein und die Übersicht über die Planeten nicht zu verlieren. Da wird die Sanduhr dann zum Feind, da sie als eine Art Schiedsrichter funktioniert und einen unter Druck setzt. Die Idee des Spieles ist super umgesetzt und Raumschiffe mit ihren passenden Planeten sowie Ausbauten sind optisch stimmungsvoll dargestellt. Der Bau- und Handelsmechanismus ist interessant und entscheidet beim Errichten eines Bauwerkes über die Siegpunkte für den Handel.

Das ganze macht den Space Dealer zu einem innovativen und eigenwilligen Spiel. Wer das Spiel erst kennen lernen möchte, macht einfach mal ein Probespiel. Für die Variante von fortgeschrittenen Spielern kommen noch destruktive Elemente hinzu. Alles in allem ist das Spiel Space Dealer ein guter Tipp. Ein weiterer Tipp ist, dass man mit einem zweiten Exemplar von Space Dealer der Weltraumhandel bis zu acht Spielern am Spielbrett ausgedehnt werden kann.

Erweiterung von Space Dealer

Auf der Essener Messe im Jahr 2007 hat man den ersten Satz an Erweiterungskarten für das Spiel Space Dealer bekommen. Eggertspiele war es dabei wichtig, aus dem Grundspiel einige Probleme zu beheben. Die Multiminen hat man entschärft indem sie nur noch zwei Waren einer Farbe produzieren. Das schöne ist, dass der Spieler aus mehreren Farben wählen darf. Dadurch dass sich die Sabotagesonden und die Interstellarraketen gleichen hat man diese durch vier Sabotagesatelliten ersetzt.

Die Neuerungen

  • Bei der Handelsstation können die Mitspieler hier ihre Waren eins zu eins tauschen.
  • Terraforming heißt, dass die Aufträge von zwei Spielern erfüllt werden müssen.
  • Bei dem Wurmloch kann man von Planet zu Planet fliegen ohne eine Sanduhr einsetzen zu müssen.
  • Erscheint die Deponie, dann ist nur die Anzahl aber nicht die Art der Waren entscheidend.
  • Beim Spionagebunker versucht man, dass seine Sanduhr zweimal durchläuft. Hat man das geschafft, dann hat man die Möglichkeit eine Karte seines Mitspielers zu stehlen. Allerdings hat die Karte keine Wirkung mehr, wenn es der Gegner geschafft hat die Karte im Planungsbereich schnell genug zu bauen.
  • Hat ein Gegner Sanduhren sabotiert, dann kann man diese mit einem Energieschild wieder reparieren.
  • Wer vom Techstapel 3 zuerst eine Karte zieht bekommt die High Tech Karte. Hat ein anderer Spieler das 3. Techlevel erreicht, dann wandert die Karte zu ihm weiter. Wer am Ende diese Karte besitzt, erhält fünf Punkte.
  • Die Putzkolonne kann ein Kraftwerk blockieren und dann weiter wandern zum nächsten Spieler, wenn zwei Sanduhren gleichzeitig zum Einsatz kommen.
  • Mittels einer Sanduhr wird die Chronosphäre aufgeladen und kann dann geladen als durchgelaufene Sanduhr eingesetzt werden.

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