Hamburg, um 1900, das Tor zur Welt. Inmitten des Hamburger Freihafens erstreckt sich die imposante Speicherstadt, dieser einzigartige Lagerhauskomplex mit seinem Netz aus unzähligen Brücken und
Fleeten.
Es herrscht emsiges Treiben. Überall werden Seilwinden aus den Luken der Lagerhäuser heruntergelassen, um die in den Fleeten liegenden Schiffe zu entladen. Und das Schicksal scheint es auch mit mir
gut zu meinen. Gerade nimmt ein weiteres vollbeladenes Handelsschiff Kurs auf die Speicherstadt. An Bord: Wertvolle Gewürze, exotischer Kaffee und edle Teppiche. Das riecht förmlich nach einem guten
Geschäft, schließlich füllt die Nachfrage nach Gewürzen und Teppichen meine Auftragsbücher. Meine Kunden würden sich freuen, wenn sie so schnell an ihre bestellten Waren kämen. Den Kaffee könnte ich
zu meinem Kaffeeröster bringen, der für mich einen ordentlichen Ertrag daraus erzielen würde. Aber werde ich die Ladung überhaupt bekommen?
Anscheinend bin ich nicht der einzige, der sich für das Schiff interessiert. Eben hat ein Konkurrent den Preis für die Waren empfindlich nach oben getrieben. Da zeigt es sich mal wieder: Konkurrenz
belebt nicht nur das Geschäft, manchmal verdirbt es auch die Preise. Soll ich nun mit meinem Gebot an die Grenzen meiner finanziellen Reserven gehen? In Kürze wird das nächste Schiff den Hafen der
Elbmetropole anlaufen. Möglicherweise bin ich dann in einer finanziell besseren Position als die anderen und kann die Waren günstig erwerben. Aber was, wenn das nächste Schiff nur Kautschuk geladen
hat? Besser wäre es dann vielleicht doch, sich erst noch um weitere Aufträge zu bemühen, um flexibler beim Wareneinkauf zu werden. Abgesehen davon habe ich mich noch nicht ausreichend um den Schutz
meiner Lagerhäuser gekümmert. Seitdem im letzten Frühjahr ein verheerender Brand im Kontor eines Mitbewerbers erheblichen Schaden angerichtet hat, habe ich mir vorgenommen, mich dringend um den
Aufbau einer eigenen Feuerwehr zu kümmern. Wäre das jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, wo sich alle anderen offenbar nur für die neu eingetroffenen Waren interessieren. Da wäre ich schon mal eine
Sorge los. Immerhin.
Als Hamburger Kaufmann zur Blütezeit der Speicherstadt haben die Spieler eine Reihe von Entscheidungen zu treffen. Aus einer ständig wechselnden Auslage von Karten müssen sich die Spieler Runde für
Runde für die Karten entscheiden, die sie erwerben wollen. Die meisten Siegpunkte erhält man für erfüllte Aufträge. Die dafür benötigten Waren werden von den Handelsschiffen geliefert. Siegpunkte
sind aber kein Geld und das ist nicht nur knapp, sondern auch Voraussetzung dafür, dass man überhaupt eine Karte erwerben kann. Deshalb gibt es für jede Warensorte eine Karte wie den Kaffeeröster,
die die jeweiligen Waren direkt in Geld statt in Siegpunkte umwandelt. Die Feuerwehrleute sind ebenfalls wichtig, denn viermal im Spiel wird ein Feuer ausbrechen. Wer dann den geringsten Brandschutz
hat, muss Siegpunktverluste in Kauf nehmen. Verschiedene Sonderkarten wie die Kontore, die Bank oder der Hafen sorgen für abwechslungsreiche Kartenauslagen, die in jedem Spiel anders sind.
Der Mechanismus der Kartenvergabe ist das zentrale Element des Spiels. Er ist ebenso einfach wie raffiniert. Jedem Spieler stehen drei Spielfiguren als Arbeiter zur Verfügung, die die Spieler reihum
bei den ausliegenden Karten platzieren. Werden mehrere Figuren zu einer Karte gestellt, bilden sie eine aufsteigende Reihe. Nachdem alle Figuren platziert wurden, folgt der Erwerb der einzelnen
Karten. Wer zuerst eine Figur zu einer Karte stellt, erhält als erster das Recht diese zu erwerben, allerdings muss er pro Figur,, die insgesamt bei der Karte platziert wurde, 1 Münze bezahlen. Will
oder kann der das nicht, nimmt er seine Figur vom Spielplan und senkt damit automatisch den Kaufpreis der Karte für den nachfolgenden Spieler, der als zweiter eine Figur bei der Karte platziert hat,
um 1 Münze.
So einfach die Regeln sind, so trickreich gestaltet sich das Platzieren der eigenen 3 Figuren. Mit seinen Figuren plant man nämlich nicht nur den Einsatz der eigenen Gelder, sondern nimmt auch direkt
Einfluss auf den finanziellen Spielraum der Mitspieler. Dadurch entsteht sehr viel Raum für taktische Interaktion, ohne dass sich die einzelnen Spielzüge in die Länge ziehen. Wartezeiten für die
Spieler gibt es praktisch nicht. Der flüssige Spielverlauf sorgt zusammen mit den variablen Kartenauslagen in jeder Besetzung von 2 bis 5 Spielern für ein abwechslungsreiches und herausforderndes
Spielvergnügen. Die grafische Gestaltung von Michael Menzel und Harald Lieske transportieren ein atmosphärisch dichtes Spielgefühl.
Nach Hamburgum hat der Verlag eggertspiele nun schon zum zweiten Mal thematisch Bezug auf seine regionalen Wurzeln genommen. Die Hamburger Speicherstadt ist eines der markantesten Wahrzeichen der
Hansestadt und erinnert an die "romantische" Zeiten des Überseehandels, die das Spiel erneut aufleben lässt.
Ersten Eindruck gewinnen? Hier ist das Video:
...so mok wi dat!
Hamburg, um 1900 - das Tor zur Welt. Inmitten des Hamburger Hafens erstreckt sich ein einzigartiger Lagerhauskomplex: Die Speicherstadt. Das Netz von Fleeten und Brücken wird zum Warenumschlagplatz
für Gewürze, Kaffee, Tee und Teppiche aus aller Herren Länder.
Als Hamburger Großhändler zur Blütezeit erwerben die Spieler Schiffsladungen, die sie in ihre Kontore einlagern. Nicht zu teuer, versteht sich, denn es soll sich ja auch lohnen. Wer im Laufe eines
Jahres die besten Geschäfte gemacht und die richtigen Waren für seine Auftraggeber beschafft hat, wird der Sieger sein. Doch Vorsicht! Plötzliche Brände in den Lagerhäusern bedeuten empfindliche
Einbußen. Da scheint es ratsam, rechtzeitig in eine Feuerwehr zu investieren.
Das Besondere an der Speicherstadt ist der ebenso einfache wie originelle Mechanismus, mit dem die Spieler ihre Aktionskarten erstehen.