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Wer träumt nicht davon, im online Casino Geld zurück zu bekommen? Denn wer verliert schon gerne größere Beträge? Einige Anwaltskanzleien werben damit, dass man verlorenes Geld im online Casinos in fast alle Fällen erstattet bekommen kann. Doch was ist dran an diesen Aussagen? Kann man wirklich seine Zahlungen und Geld zurückfordern? Unsere Meinung dazu findet ihr in diesem Beitrag.

Im Online Casino viel Geld verlieren und es dann zurückfordern: Das geht. Jedenfalls unter bestimmten Voraussetzungen. Tatsächlich haben zuletzt mehrere Gerichte Spielern Entschädigungen zugesprochen.

Der Grund: Einige Online Casinos agierten ohne gültige Lizenz, die Verträge mit den Kunden waren somit illegal und mussten rückabgewickelt werden. Welche Chancen haben Spieler? In welchen Fällen lohnt sich der Gang vor Gericht? Wie wird die Forderung am besten durchgesetzt? Bekomme ich immer mein Geld zurück? Diese und weitere Fragen zu Forderungsansprüchen gegen Online Casinos beantworten wir hier.

Online Casino Geld zurück – Liste 2022

Testsieger Gesamt 07/2022:
SilverPlay
125% Bonus bis 1000€
Ohne 5 Sek., ohne Limit & kein Video-Ident

5.0

Keine Beschränkungen mit EU Lizenz

Exklusiv in Deutschland 07/2022:
GreatWin Casino
100% Bonus bis 500 € + 200 Freispiele
Keine Limitierungen, keine Spielpausen

5.0

Neues Online Casino mit EU-Lizenz

Testsieger EU-Casinos 07/2022:
Cazimbo
1000€ Bonus + 150 FS
Schnelle Spins, ohne Limit & Verifizierung

5.0

EU-Lizenz - ohne Einschränkungen

Testsieger Casinospiele 07/2022
SlotHunter Casino

200 Freispiele + bis zu 300€
Bonuscode: OPEN50

5.0

Ohne Limits & Regularien

Bestes neuestes Casino in 2022:
OXI Casino
100% bis 100€ + 100FS
Keine Limits, kein VideoIdent, High Roller Bonus

5.0

Ohne Limits mit EU-Lizenz

Bester Slot Anbieter:
RollingSlots
200% bis 500€ + 200FS
No Limit, ohne 5 Sek. Regel & ohne Verifizierung

4.8

EU Lizenz ohne Limitierungen

Top Spiele 2022:
5Gringos bis zu 1000€ und viele Freispiele
Keine 5 Sek. Pause & Verifizierung, kein 1€ Limit
4.8
Riesige Spielauswahl ohne Limits

Slot Paradies:
Oh My Spins 100% bis 500€ Bonus + 200 FS
Prize Drops, Cashback & Reload Boni

4.8

Keine Limits & Regularien

Newcomer für 2022:
Wazamba Casino 100% Bonus bis 500€ + 200FS
Reload Bonus jedes Wochenende 700€ + 50 FS

4.5

Kein Limit, keine 5 Sek. Pause & keine Verifizierung

Testsieger Deutschland:
National Casino 550€ Bonus + 250 Freispiele
Ohne Limitierungen & Videoident
Keine 5 Sekunden Pause
4.8
Ohne Regeln & Limits mit EU -Lizenz
Slots & viel mehr:
Magical Spin Casino 3000€ Bonus + bis zu 100FS
2 Mio. Euro Drops & Wins
4.8
Keine Einschränkungen
Top Casino-Spiele Portal:
GSlot Casino
200 € + 200 Freispiele
Keine Einzahlungs- und Setzlimits + 300+ Live Games
4.5
MGA Lizenz ohne Limits
Spielspaß ohne Einschränkungen:
Ricky Casino bis 1200 € Bonus und 120 Free Spins auf die ersten 6 Einzahlungen
Keine Limits & ohne Spielpausen
4.5
Mit Tischspielen, Jackpots und Live-Games

Ohne Limit!:
Casinoly
Bis 500€ Bonus + 200 Freispiele
Schnelle Spins, hohe Einsätze

4.5

Spielen ohne Einsatz-Limits

4-in-1-Super-Casino-Paket:
DACHbet Casino
350% Bonus bis zu 1000€
Bonuscode: DBETWEL125

4.5

EU Lizenz & Schnelle Spins

Übersicht der Anwälte, welche es möglich machen können, sein Geld zurückzufordern.

Viele Online Casinos sind illegal – Hier gibt es Geld zurück

Der Markt für Online Glücksspiel in Deutschland umfasst ein jährliches Volumen von mehreren Milliarden Euro. Das Besondere für einen so großen Markt: Er ist im Wesentlichen illegal. Online Glücksspiel in Deutschland war in Deutschland bis vor kurzem weitgehend verboten.

Lange Zeit operierten unzählige Onlinecasinos in einer Art Graubereich. Faktisch und technisch war es für jeden deutschen Kunden einfach möglich, ein Spielkonto zu eröffnen, Einzahlungen zu tätigen und Geld einzusetzen – und im Zweifel zu verlieren.

Diese Möglichkeit besteht grundsätzlich noch immer. Allerdings wachsen nun die Risiken für illegale Casinobetreiber. Die Rechtsprechung gesteht Spielern eine Erstattung ihrer Verluste zu und diese können Ihr verlorenes Geld zurückerhalten. Dabei argumentieren Richter über alle Instanzen und Gerichte hinweg ähnlich: Da Online Glücksspiel in Deutschland in der Regel verboten ist (bzw. bis vor kurzem war), basierten die Einzahlungen und Einsätze der Spieler in den Casinos nicht auf einem gültigen Vertrag. Ohne diesen gültigen Vertrag gibt es keine Rechtsgrundlage für die Zahlung – deshalb muss dieses Geld zurückerstattet werden.

Legale deutsche Online Casinos gibt es erst seit kurzer Zeit – Kein Geld zurück

Am 1.7.2021 trat nach langem Ringen der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft. Die wesentlichen Inhalte: Onlinecasinos können ab sofort deutsche Lizenzen beantragen. Virtuelle Spielautomaten und Poker werden durch eine zentrale (noch im Aufbau befindliche) Behörde in Halle an der Saale konzessioniert. Für Bankhalterspiele wie Blackjack oder Roulette sind die Bundesländer zuständig. Wer eine deutsche Lizenz erhält, darf in Deutschland Online Glücksspiele anbieten.

Das Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrages ändert jedoch nichts an Ansprüchen, die vor diesem Zeitpunkt gegenüber nicht lizenzierten Anbietern entstanden sind. Die Gesetzgebung bezieht sich ausschließlich auf die Zukunft, nicht jedoch auf die Vergangenheit.

Eine Ausnahme bildet das Bundesland Schleswig-Holstein. Hier sind Glücksspiele bereits seit 2012 legal: Das Bundesland war aus dem früheren Glücksspielstaatsvertrag ausgestiegen. Spieler aus Schleswig-Holstein, die bei einem dort lizenzierten Casino Geld verloren haben, können ihre Einsätze in der Regel nicht zurückverlangen.

Einwohner Schleswig-Holsteins, die bei einem im Ausland lizenzierten Casino Geld verloren haben, können jedoch Ansprüche geltend machen und ihr Geld zurückfordern. Dies gilt wahrscheinlich auch für Spieler, die in anderen deutschen Bundesländern wohnen und bei in Schleswig-Holstein lizenzierten Anbietern Verluste erlitten.

Legale online Casinos mit EU-Lizenz – hier gibt es kein Geld zurück

Warum sind illegale Casinos in Deutschland möglich?

Die Anbieter operieren typischerweise mit Lizenzen aus dem Ausland. Weit verbreitet sind Lizenzen aus Malta, Großbritannien, Gibraltar, Curacao oder den Virgin Islands. Die Casinobetreiber berufen sich häufig auf internationales Recht oder die Niederlassungsfreiheit von Unternehmen in der EU (sofern das Casino in einem EU Mitgliedstaat lizenziert ist).

Demnach dürfen Unternehmen aus jedem EU Mitgliedsland in der gesamten EU tätig sein. Nach dieser durch die Casinos vertretenen Rechtsauffassung wären nationale Beschränkungen des Marktzugangs für Casinobetreiber mit EU-Recht nicht vereinbar.

Die deutsche und europäische Rechtsprechung sehen dies allerdings anders. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwies auf ein EuGH Urteil aus dem Jahr 2010. Der EuGH habe damals entschieden, dass die Prüfung von beschränkenden Maßnahmen im Bereich des Glücksspiels den nationalen Gerichten obliege. Dementsprechend ist das deutsche Verbot von Online Glücksspiel mit europäischem Recht vereinbar.

Gerichtsurteil: Malta Casino muss Geld zurückzahlen

Das Landgericht Gießen verurteilte ein Online Casino am 31. Januar 2021 zur Rückzahlung von Einsätzen in Höhe von knapp 12.000 EUR. Dieses Urteil gilt als das bundesweit erste, bei dem im Anschluss an eine mündliche Verhandlung sämtliche offenen Rechtsfragen erörtert wurden. Das Gericht geht davon aus, dass die Teilnahme am unerlaubten Glücksspiel durch den Spieler der Rückforderung nicht entgegensteht. (Az. 4 O 84/20).

Das Urteil wird häufig zitiert und gilt als Grundlage für die optimistische Haltung vieler Juristen im Hinblick auf Entschädigungsforderungen von Spielern. Es handelt sich jedoch keinesfalls um das einzige Urteil, das eine solche Entschädigung vorsieht. Zahlreiche andere Gerichte haben in letzter Zeit ähnlich geurteilt – und weitere dürften folgen. Somit sind die ersten Erfolge gegeben um in online Casinos Geld zurück zu bekommen.

Weitere aktuelle Gerichtsurteile

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Es gibt eine Reihe weiterer Gerichtsurteile, die Spielern Schadenersatz durch Online Casinos zugesprochen haben. Nahezu immer ging es dabei um ausländische Online Casinos, bei denen deutsche Kunden Geld verloren haben.

  • Das Landgericht Aachen entschied am 13. Juli 2021 gegen ein Casino aus Gibraltar und verurteilte es zur Rückzahlung von 21.735 EUR. Diesen Verlust hatte ein Spieler erlitten. Das Casino verfügte zum damaligen Zeitpunkt nicht über eine Lizenz für die Durchführung von Glücksspielen in Deutschland. Das Gericht sah darin einen Verstoß gegen den Glücksspielstaatsvertrag und erklärte die Verträge zwischen Casino und Kunde für nichtig. (Az. 8 O 582/20)
  • Abermals urteilte das Landgericht Aachen am 28.10.2021 zugunsten eines Spielers und sprach diesem eine Entschädigung in Höhe von 178.000 EUR zu. Das Gericht betonte, dass es sich um illegales Online Glücksspiel handele, dies jedoch für einen Laien mitunter schwer zu erkennen sei. Damit nahmen die Richter Bezug auf § 817 Satz 2 BGB. Dieser sieht eigentlich einen Ausschluss von Rückforderungsansprüchen vor, wenn beide Parteien eines illegalen Geschäfts gegen ein Gesetz verstoßen. Das Gericht betonte jedoch, dass dies illegale Betreiber geradezu ermuntern könne. (Az.: 12 O 510/20)
  • Der Bundesgerichtshof (BGH) urteilte am 22. Juli 2021 in einem Prozess um die Zulässigkeit von Glücksspielwerbung, dass es sich bei TV Werbung für ausländische Anbieter um unerlaubte öffentliche Glücksspiele handle, die nicht beworben werden dürften. (Az. I ZR 194/20). Juristen zufolge verbessert dies die Chancen auf eine Rückforderung von Verlusten im Online Casino für Verbraucher erheblich.
  • Das Oberlandesgericht Hamm urteilte am 12. November 2021, dass illegale Betreiber keinen Anspruch auf Zahlungen der Spieler besitzen und deshalb eine Rückforderung der Verluste nicht rechtsmissbräuchlich sei. Im verhandelten Fall hatte ein Spieler innerhalb von weniger als drei Jahren fast 300.000 EUR verloren. Um den Prozess finanzieren zu können, hatte er am Landgericht Bochum einen Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt, den das Gericht in erster Instanz ablehnte, obgleich es grundsätzlich einen Rückzahlungsanspruch des Spielers sah. Das OLG Hamm hob dieses Urteil auf und gestand dem Spieler Prozesskostenhilfe zu.

Keine deutsche Lizenz = Vertrag unwirksam? Geld zurück?

Der aktuellen Rechtsprechung folgend gilt eigentlich immer: Verfügte ein Casino zum Zeitpunkt der Einzahlung nicht über eine gültige deutsche Lizenz, ist der Vertrag rückwirkend unwirksam. Dies gilt jedenfalls, solange sich Spieler in Deutschland aufgehalten haben. Eine Ausnahme kann wiederum für Verbraucher mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein gelten (siehe oben).

Ist diese Voraussetzung erfüllt und lassen sich die Einzahlungen durch Kontoauszüge, Kreditkartenabrechnungen etc. nachweisen, verspricht eine Klage Aussicht auf Erfolg – zumindest theoretisch.

Geld zurückfordern: So geht es mit und ohne Anwalt

Wer Geld zurück fordern möchte von einem Online Casino, wird zunächst eine Aufstellung über die eingezahlten Beträge aufstellen müssen. Dafür kann es gegebenenfalls notwendig sein, länger zurückliegende Kontoauszüge zu beschaffen. Ein Anspruch besteht auf die Rückzahlung sämtlicher Einzahlungen abzüglich der Auszahlungen.

Spieler können nun mit einem Schreiben an das Casino ihre Forderung geltend machen. Die Zustellung des Schreibens muss unbedingt nachweisbar sein. In aller Regel wird das Casino darauf nicht reagieren, so dass nach Ablauf der im Schreiben gesetzten Frist gerichtliche Schritte notwendig sind.

Beläuft sich die Schadenssumme auf weniger als 5000 EUR, sind in erster Instanz die Amtsgerichte zuständig. Übersteigt der Betrag diese Schwelle, muss die Klage vor dem Landgericht geführt werden. Dann ist ein Anwalt ohnehin vorgeschrieben.

Die Einschaltung eines Rechtsanwalts ist allerdings ohnehin dringend empfehlenswert. Schließlich wird auch die Gegenseite professionell vertreten. Zudem können Anwälte dabei unterstützen, auch etwaige Nebenforderungen wie z.B. Zinsen korrekt einzufordern.

Einige Kanzleien haben sich auf Glücksspiel spezialisiert

Mittlerweile gibt es bundesweit eine Reihe von Anwaltskanzleien, die sich auf Forderungsansprüche gegen Onlinecasinos spezialisiert haben. Spieler sollten hier im Detail nachfragen, gegen Casinos aus welchen Ländern die Kanzleien bereits Forderungen durchgesetzt haben.

Möglicherweise sind manche Kanzleien nur auf Casinos mit Sitz in der EU spezialisiert. Wer jedoch Geld bei einem Casino in Curacao verloren hat, benötigt möglicherweise eine andere Expertise zur tatsächlichen Durchsetzung der Forderung.

Mit Prozessfinanzierer ohne Kostenrisiko klagen

Generell ist jede Klage mit einem Kostenrisiko verbunden. Kläger müssen Gerichts- und Anwaltskosten bezahlen – und bleiben bei einem ungünstigen Ausgang des Verfahrens auf diesen sitzen. Rechtsschutzversicherungen übernehmen die Kosten für Klagen gegen Onlinecasinos in aller Regel nicht. Eine mögliche Alternative zu einer konventionellen Klage auf eigene Rechnung ist deshalb die Klage über einen Prozessfinanzierer.

Prozessfinanzierer übernehmen die gesamten Kosten einer aussichtsreichen Klage. Kläger müssen weder Gerichts- noch Anwaltskosten bezahlen – unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Auch weitere Kosten wie etwa Honorare für Sachverständige werden durch die juristischen Finanzdienstleister getragen. Im Gegenzug erhalten die Anbieter bei einem erfolgreichen Ausgang einen Teil des zugesprochenen Schadenersatzes. Üblich sind im Bereich der Onlinecasinos 10 – 30%.

Damit ein Prozessfinanzierer einen Fall animmt, müssen zumeist bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Häufig übernehmen die Anbieter nur Prozesse gegen Onlinecasinos mit Sitz in der EU (z.B. Malta). Außerdem muss ein gewisser Streitwert gegeben sein – ab ca. 10.000 EUR aufwärts. Nicht zuletzt müssen aussagekräftige Nachweise, wie zum Beispiel Kontoauszüge, über die getätigten Einzahlungen vorliegen.

Welche Verjährungsfristen gelten?

In Deutschland ist sehr wahrscheinlich mit einer dreijährigen Verjährungsfrist zu rechnen. Hat ein Spieler im Jahr 2018 Verluste erlitten, verjähren die Ansprüche aus dem Jahr somit zum Jahreswechsel 2021/2022. Somit kann man danach kein Geld zurück bekommen.

Einige Juristen stehen auf dem Standpunkt, dass der Zeitpunkt der Kenntnis über die Illegalität des Onlinecasinos entscheidend sei (z.B. das OLG Hamm). Erst mit dem Zeitpunkt der Kenntnis würde demnach die Verjährungsfrist zu laufen beginnen. Spieler könnten so Forderungen bis zu zehn Jahre rückwirkend geltend machen.

In anderen Ländern sind die Verjährungsfristen großzügiger. In Österreich etwa können Spieler Verluste in Onlinecasinos bis zu 30 Jahre zurückfordern. Der oberste Gerichtshof (OGH) hat den Anspruch auf solche Rückforderungen im laufenden Jahr mehrfach gefestigt. Die Urteile haben unter anderem dazu geführt, dass größere Anbieter sich aus dem österreichischen Markt zurückgezogen haben.

Bestehen auch künftig Rückforderungsansprüche?

Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags am 1.7.2021 sind Online Casinos in Deutschland legal, sofern die zuständigen Behörden eine Lizenz erteilt haben. Wer bei inländisch lizenzierten Casinos spielt, dürfte in der Regel keine Rückforderung geltend machen können.

Ausnahmen sind jedoch nicht ausgeschlossen. Eine Rückforderung könnte möglich sein, wenn die Betreiber des Casinos die Regulierungsauflagen des Glücksspielstaatsvertrags nicht einhalten. Diese sehen zum Beispiel ein monatliches Einzahlungslimit von 1000 EUR vor. Würde ein deutsches Online Casino höhere Einzahlungen akzeptieren, könnte dies Rückzahlungsansprüche begründen.

Dies gilt auch, wenn ein Spieler in der zentralen Sperrdatei OASIS vermerkt ist und ein deutsches Casino ihn dennoch am Glücksspiel teilnehmen lässt.

Auch Zahlungsdiensteanbieter können schadenersatzpflichtig sein

Auch Zahlungsdiensteanbieter wie PayPal können prinzipiell schadenersatzpflichtig sein und man kann sein Geld zurück erhalten. Jedenfalls entschied das Landgericht Ulm am 16.12.2019, dass PayPal einem Geschädigten Casinospieler seine Spieleinsätze zurückerstatten müsse (Az. 4 O 202/18).

Dieser hatte über den Dienst Geld in einem Online Casino eingezahlt. Durch die Ausführung der Zahlung hat PayPal nach Ansicht der Richter gegen den Glücksspielstaatsvertrag verstoßen. Das Unternehmen hätte erkennen müssen, dass der Zahlungsempfänger Betreiber eines illegalen Glücksspiels sei und die Zahlung nicht ausführen dürfen.

In dieser Hinsicht ist die Rechtsprechung jedoch bislang weniger eindeutig. Deshalb ist es schwieriger und mit größeren Ungewissheiten verbunden, Forderung gegen Kreditkartengesellschaften, Walletbetreiber etc. geltend zu machen.

Rechtsprechung noch uneinheitlich

geld zurück

Einige Gerichte haben durchaus zugunsten der Zahlungsdiensteanbieter geurteilt. So etwa das Landgericht Hamburg am 3.1.2020 (AZ.: 330 O. 111/19). Das Gericht konnte keine Prüfpflichten für Kreditkartenanbieter bei illegalem Online Glücksspiel feststellen. Die Richter wiesen die Klage eines Spielers ab und erlegten ihm die Kosten auf. Im vorliegenden Fall hatte ein Spieler über eine Kreditkarte Einzahlungen von mehr als 105.000 EUR in einem Online Casino getätigt und hatte keine Chance sein Geld zurück zu bekommen.

Die Hamburger Richter sahen jedoch keinen Entschädigungsanspruch und insbesondere keine Möglichkeit des Klägers, einen solchen Anspruch wegen der Verletzung einer Nebenpflicht aus dem Kreditkartenvertrag herzuleiten. Reiche der Zahlungsempfänger ordnungsgemäße Belastungsbelege ein, dürfe das Kreditkartenunternehmen Zahlungen einlösen ohne weitergehend zu prüfen, ob eine wirksame Forderung gegen den Karteninhaber bestehe. Dabei bezogen sich die Hamburger Richter auch auf ein BGH-Urteil (vom 24.09.2002 – XI ZR 420/01)

Anders urteilte das Landgericht Bonn am 14.2.2020 (Az: 2 O 111/19). Das Gericht verurteilte eine Bank zur Zahlung von knapp 5500 EUR zuzüglich Zinsen, weil diese über eine Kreditkarte Einzahlungen bei verschiedenen Onlinecasinos ermöglicht hatte. Die Bank berief sich darauf, nichts von illegalem Glücksspiel gewusst zu haben.

Dem wollte das Gericht nicht folgen und sah in der Zahlung eine rechtsmissbräuchliche Inanspruchnahme der Bank durch das Vertragsunternehmen. Die Bank sei deshalb aufgrund des bestehenden Geschäftsbesorgungsvertrages mit dem Karteninhaber zur Zahlungsverweigerung verpflichtet.

Fazit

Wer vor dem 1. Juli 2021 Geld in Online Casinos verloren hat, kann dieses Geld zurückfordern. In aller Regel wurde das Geld bei nicht lizenzierten Anbietern verloren – es handelt sich somit um illegales Glücksspiel. Dies gilt auch für Einzahlungen nach dem 1. Juli 2021, wenn diese bei Online Casinos ohne deutsche Lizenz erfolgten.

Ausnahmen können für Verbraucher mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein gelten. Hier ist Glücksspiel bereits länger legal – und ein Entschädigungsanspruch bei durch dortige Behörden lizenzierte Casinos in der Regel nicht gegeben. Somit bekommt man dort auch kein Geld zurück.

Mehrere Gerichte haben bereits entschieden, dass in bei illegalem Glücksspiel keine Vertragsgrundlage besteht und eingezahltes Geld zurückzuerstatten ist. Spieler können selbst eine Klage anstrengen, sollten dann jedoch mit nicht unerheblichen Auslagen für Gerichts- und Anwaltskosten rechnen. Mittlerweile gibt eine Reihe von Prozesskostenfinanzierern, die auf Provisionsbasis arbeiten. Dort kann man in online Casinos sein Geld zurückfordern ohne selbst in Vorkasse treten zu müssen.

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